Tuesday, August 29, 2006

Sehr geehrtet Herr (nix),

es mag ja sein, dass ich ein bisschen gestammelt habe, als Sie mich gefragt haben, ob ich wüsste, wer Andrea Ypsilanti sei. Doch auch wenn ich mich manchmal etwas missverständlich ausdrücke, so kann ich doch wenigstens erwarten, dass Sie es in Schriftform etwas besser formulieren. Es soll sogar Journalisten geben, die es schaffen, die gestammelten Werke des bayrischen Ministerpräsidenten Stoiber in flüssige Textform zu bringen. Im übrigen habe ich mich doch etwas gewählter ausgedrückt. Ich sagte, dass ich den Namen Ypsilanti im Radio gehört habe, dass ich mir sicher bin, dass sie ein hohes Amt in der hessischen SPD hat und Ministerpräsidentenkandidatin werden könnte. Sollte sie gegen Koch antreten, hat sie gute Chancen, da die SPD im Gegensatz zu der CDU u.A. gegen Studiengebühren ist. Als ich Ihnen davon erzählte, lieber Herr (nix), antworteten Sie mir, Sie wüssten nichts davon und seien nicht an Politik interessiert. Sie bestätigten mir zwar, dass Sie noch Student seien, aber sich der aktuellen politischen Lage in Hessen nicht besonders bewusst wären.
Natürlich kommt bei mir dann die Frage auf, warum jemand wie Sie auf die Straße geht, um die Menschen auf ihr Politikwissen zu testen. Wollten Sie die Unpopularität Ypsilantis beweisen, das Unwissen der Bürger zur Schau stellen oder einfach ein bisschen kostbaren Platz füllen?

Sehr geehrter Herr (nix), ich gebe ehrlich zu, in einem geringen Maße von Ihnen enttäuscht zu sein. Nicht nur, dass Sie Fremde zu Themen ausfragen, von denen Sie offensichtlich selber keine Ahnung haben, nein, Sie schaffen es auch noch erfolgreich, mir Worte in den Mund zu legen, die mich wie einen Vorschüler klingen lassen. Auch den Spott meiner Lehrer musste ich ertragen. Doch wissen Sie was, lieber Herr (nix), es war mir ein Vergnügen. So oft wurde ich selten auf ein Bild in der Zeitung angesprochen und selten gab es so viel richtig zu stellen. Doch am allerschönsten war die Reaktion ALLER, denen ich die Schuld ihrerseits vermitteln konnte. Niemand hat auch nur ansatzweise die Unfähigkeit der Zeitung, bei der Sie arbeiten, infrage gestellt.
Herr (nix), ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und dass Sie möglichst bald einen Beruf finden, der Ihren Fähigkeiten angemessen ist.

Liebe Grüße

Manu HNA vom 25.08.06

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